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Mittwoch, 1. Januar 2020

Das war 2019


Und schon ist wieder ein Jahr dahin. 2019 hat sich soeben verabschiedet und wir haben ihm mit Leuchtkugeln und Funkenvulkanen hinterhergeschossen. (Erneut gab es für unseren mittlerweile 4 Jahre alten Nachwuchs eine Premiere, denn er durfte nicht nur nachts aus dem Fenster schauen, sondern mit Papa, den Großeltern und den Nachbarn um Mitternacht in der ersten Reihe stehen, umgeben von Raketenpracht und Knallerei – trotzdem ist er danach binnen Minuten ins Bett gefallen. Ist schon lang, so ein Silvesterabend. ;-) )

Apropos Nachwuchs: Im April dieses Jahres kam das vierte Mitglied unserer Familie gesund zur Welt – und hat damit das Chaos in den heimischen vier Wänden nicht bloß um hundert, sondern sicher um zweihundert Prozent verstärkt. Das war auch der Grund, weswegen ich dieses Jahr kaum durch Deutschland gereist bin. Die Leipziger Buchmesse, die FedCon, die FaRK, der Dreieich-Con und wie sie alle heißen, mussten ohne mich auskommen. Einzig die Frankfurter Buchmesse, den Pflichttermin für mich als Autor, habe ich mitgenommen – und wurde prompt am zweiten Tag krank, sodass meine einzige Lesung des Jahres auf dem BuchmesseCon am Messesamstag ausfallen musste. Ich hätte schreien können, wäre ich nicht zu heiser dafür gewesen.

Doch selbst erwähltes Exil hin oder her, ganz tatenlos war ich auch 2019 nicht, wie ihr am obigen Foto seht. Erneut habe ich ein buntes Programm hinter mich gebracht, von „Star Trek“-Übersetzungen über Beiträge zu Kurzgeschichten-Anthologien bis zu Playmobil-Comics. Dazu ist mein „Frontiersmen“-Sechsteiler als E-Book-Sammelband erschienen und ich durfte mich über Lizenzausgaben meines ersten „Perry Rhodan NEO“-Romans (japanisch) und des ersten „Die Wächter von Aquaterra“-Bandes (tschechisch) freuen.

Ein paar echte Highlights hatte auch dieses Jahr für mich in petto. Zum einen erhielt ich nicht nur die Gelegenheit, den offiziellen Comic zum „Playmobil“-Kinofilm zu schreiben (inklusive knallharten Stillschweigevereinbarungen im Vorfeld), ich durfte auch tatsächlich ein Playmobil-Ghostbusters-Abenteuer verfassen. Ich bin ein Fan der alten Filme, auf denen das Spielmaterial basiert, und mit Venkman, Spengler und Co auf Geisterjagd zu gehen, war wirklich großes Kino!

Ganz groß – im buchstäblichen Sinne, es ist der dickste Roman, der in meinem Autorenregal steht – war auch die Veröffentlichung des zweiten Bands der „10-Jahre-Jubiläumsedition“ von „Tarean“. Auch „Erbe der Kristalldrachen“ wurde natürlich von mir komplett überarbeitet und mit Bonusmaterial versehen sowie vom talentierten Hauke Kock um fast ein Dutzend sehr cooler Illustrationen bereichert. Der Abschlussband „Ritter des Ersten Lichts“ konnte aus Produktsgründen dieses Jahr leider nicht wie geplant fertig werden, aber er steht für Anfang 2020 auf dem Programm.

Eine große Freude war mir nach fünfjähriger Abstinenz die Rückkehr ins Universum von „Perry Rhodan“. Gleich dreimal durfte ich einen Ausflug dorthin unternehmen und dabei nicht nur Perry selbst ordentlich in die Bredouille bringen, sondern auch Gucky mit einer ausgesprochen unangenehmen Wahrheit konfrontieren. Es war ein großer Spaß, und ich schätze, ich verrate nicht zu viel, wenn ich schon jetzt sage, dass es auch 2020 „Perry“-Abenteuer von mir zu lesen geben wird.

Und last but definitely not least mein vielleicht wichtigstes Projekt 2019: „Am Abgrund der Unendlichkeit“. Nach langer Verzögerung konnte mein Einzel-SF-Roman bei Bastei Lübbe endlich das Licht der Sterne erblicken. Es war ein Projekt voller Höhen und Tiefen, aber am Ende bin ich furchtbar stolz auf dieses so unscheinbar wirkende 368-Seiten-Taschenbuch. Es steckt eine wirklich spannende Geschichte darin, voller exotischer Wesen, dramatischer Raumschlachten und schwerwiegender Entscheidungen. Eine sympathische Heldentruppe kommt natürlich auch vor. Ich kann den Roman jedem Science-Fiction-Leser nur ans Herz legen.

Wie geht es nun 2020 weiter? Nun, so wie es bis jetzt aussieht, dürfte es arbeitstechnisch dem Vorjahr sehr ähnlich sein. Wieder steht eine „Star Trek“-Übersetzung für mich auf dem Programm, natürlich weitere „Playmobil“-Comics und – wie gesagt – auch „Perry Rhodan“ ist mich nicht gleich schon wieder los. Ansonsten kann ich aktuell noch nicht viel mehr sagen, denn ich habe mir Anfang 2019 geschworen, keine neuen Projekte anzugehen, bevor ich nicht den Rückstau der letzten Jahre mal abgearbeitet habe. Das ist nun fast geschafft, deshalb entstehen just in diesem Moment erst die Ideen und Exposés für kommende Romanprojekte – und die sind natürlich noch streng geheim. Verraten kann ich aber vielleicht, dass ich in letzter Zeit wieder vermehrt konspirative Gespräche mit meinem langjährigen Autorenkollegen Christian Humberg führe. Daraus könnte was Schönes entstehen. ;-)

Ganz abgesehen davon blicke ich schon jetzt gespannt auf Februar, wenn nach mehreren Jahren endlich die US-Übersetzung von „Der Drachenjäger“ mit dem Titel „Black Leviathan“ erscheint. Torbooks hat sich nicht lumpen lassen und fährt mit Hardcover, Paperback, E-Book und Audiobook das volle Programm auf. Ein paar frühe Pressestimmen klangen etwas mäkelig, aber das bin ich schon von „Star Trek Prometheus“ gewohnt. Unterm Strich zählt für mich, was die Leser denken. Und ich hoffe natürlich sehr, dass sich auch die englischsprachigen Phantasten gern ins Wolkenmeer entführen lassen. (Wer von euch den Roman übrigens gelesen hat, ihn mochte und des Englischen mächtig ist, würde mir eine Freude machen, wenn er oder sie ein paar wohlwollende Zeilen etwa bei Amazon oder Goodreads zurücklässt. Mundpropaganda ist nach wie vor die beste Werbung. Mein Dank sei euch gewiss! :-) )

Mit Dank möchte ich auch enden. Ihr alle da draußen, die ihr meine Romane lest, die ihr sie rezensiert, mir Feedback sendet, mich ermuntert und unterstützt und mir immer wieder neue kreative Projekte ermöglicht: Danke! Ohne euch könnte ich nicht tun, was mir trotz aller Hürden und Herausforderungen so viel Freude bereitet: Geschichten erzählen. Möge daher auch euer Jahr 2019 voller Freude sein! Cheers! :-)

Dienstag, 1. Januar 2019

Das war 2018


So, damit ist 2018 nun auch Geschichte. Gestern Nacht ging es mit Böllern und (erstaunlich viel) buntem Feuerwerk dahin. (Der Nachwuchs, der mit 3 Jahren nun zum ersten Mal bewusst den Jahreswechsel erlebt hat, war übrigens hin und weg von der farbenprächtigen Knallerei, die zum "Geburtstag der Erde" veranstaltet wurde.) Wie jedes Jahr möchte ich an dieser Stelle ein bisschen zurück und ein bisschen voraus blicken, auf das, was gut, und das, was nur halb gut, war.

Man sieht es auf dem Foto: Auch 2018 hatte ich keine Langeweile. Zugegeben, vier der Bücher ("Tsukuymi", "Das Archiv des Wächterbundes", "Die Hilfskräfte" und "Geschichten aus den Herbstlanden") sind Anthologien, zu denen ich nur eine Kurzgeschichte beigetragen habe. Und die beiden Versionen der 10-Jahre-Jubiläumsausgabe von "Tarean - Sohn des Fluchbringers" sind Reprints - die allerdings eine Menge Arbeit gemacht haben. Aber dazu gleich mehr. Dafür wirkt der Klopper im Zentrum - "Frontiersmen: Civil War" - beinahe dezent, obwohl sich eine sechsteilige E-Heftroman-Serie dahinter verbirgt, die mich echt auf Trab gehalten hat (aber dafür auch wirklich schick geworden ist).

Apropos "schick". 2018 war durchaus nicht arm an Highlights. Zum einen wurde die englischsprachige Ausgabe von "Star Trek Prometheus" von Titan Books komplettiert. Nun gibt es schon drei Romane, auf denen mein Name steht, in einer Sprache, die wirklich global ist. Und nach dem irrationalen Gejammer einiger Rezensenten im Anschluss an den ersten Band ("Ich dachte, das wäre TNG, aber da spielt ja Captain Kirk am Anfang mit ..."), haben mein Co-Autor Christian Humberg und ich nun auch ein paar wirklich euphorische Feedbacks aus der internationalen Community erhalten. Das freut uns wirklich! Außerdem ist ein zweites Abenteuer unserer heiteren "Wächter von Aquaterra"-Reihe erschienen, deren schräger, an "Drachengasse 13" gemahnender Humor mir wirklich gefällt. Leider bleibt die Reihe verkaufstechnisch hinter den Erwartungen zurück, sodass dessen Zukunft in den Sternen steht. SF hat es halt doch schwerer am Buchmarkt als Fantasy.

Ein kleines Fest war mir auch "Der Weltenfinder", meine zweite (Solo)Reise ins Wolkenmeer. Ich habe hier mal ein Experiment unternommen, indem ich völlig andere Protagonisten gewählt habe - sodass man das Buch perfekt für sich lesen kann - und einige Helden des Vorgängerbands "Der Drachenjäger" zu Nebenfiguren machte. Das hat erstaunlich gut funktioniert. Meine Sorge, dass die bekannten Gesichter den neuen Recken die Show stehlen könnten, hat sich jedenfalls nicht bewahrheitet. Eigentlich haben sich alle ganz gut verstanden.

Als weiteren Höhepunkt des Jahres habe ich 10 Jahre "Tarean - Sohn des Fluchbringers" gefeiert, meinen Debütroman von 2008, und anlässlich dieses schönen Jubiläums zusammen mit dem Mantikore-Verlag eine Special Edition des Romans herausgebracht: im Hardcover, mit überarbeitetem Text, großartigen Illustrationen und dickem Bonusmaterial. Ein Fest, sage ich euch. Ein Fest! Band 2 und 3 folgen übrigens 2019, also ebenfalls 10 Jahre nach ihrem ersten Erscheinen.

Und sonst so? Viele "Playmobil"-Comics, die mit ihren kleinen, knackigen, witzigen Geschichten nach wie vor eine Riesengaudi sind, und dazu ein weiterer, übersetzter "Star Trek"-Roman, den ich allen nur empfehlen kann (die "Rise of the Federation"-Reihe ist wirklich gut). Das war es so, was 2018 für mich bereitgehalten hat.

Nun hat 2019 begonnen, ein Jahr, für das ich mir zwei Dinge vorgenommen habe: Nicht mehr mehr Jobs annehmen, als ich guten Gewissens abarbeiten kann. Das erzeugt nur Stress und macht alle Beteiligten traurig. Und: Überhaupt etwas kürzer treten. Denn wir erwarten ein zweites Mal Nachwuchs, und auch wenn Arbeitspausen bei Freischaffenden, wie uns Autoren, immer direkt auf den Geldbeutel gehen, möchte ich natürlich in den kritischen Wochen voll uns ganz für die Familie da sein.

Trotzdem könnt ihr ein paar Novitäten erwarten. Zum einen werden - wie erwähnt - die "10 Jahre Jubiläumseditionen" von "Tarean - Erbe der Kristalldrachen" und "Tarean - Ritter des Ersten Lichts" erscheinen, auch überarbeitet, illustriert und mit unterhaltsamem Bonusmaterial ausgestattet. Außerdem kommt ein eigenständiger SF-Roman bei Bastei Lübbe heraus, "Am Abgrund der Unendlichkeit" (entgegen anders lautender Datumsangaben allerdings erst im Sommer). Natürlich bleibe ich "Playmobil" treu. Und obendrein machen Gerüchte die Runde, dass ich auf der Buchmesse 2018 in Frankfurt ein sehr gutes Gespräch mit dem "Perry Rhodan"-Chefredakteur Klaus Frick hatte. ;-) An zwei bis drei Anthologien werde ich wohl ebenso beteiligt sein. Sprich: So ganz weg vom Fenster bin ich auch in diesem Jahr nicht.

Zum Abschluss bleibt mir nur noch, einen Dank in die Runde von Freunden, Kollegen und Lesern zu werfen - von der Familie ganz zu schweigen! Ohne euch gäbe es all das dort oben nicht. Ich weiß euer Verständnis, euren Input und eure Treue wirklich zu schätzen. Möge daher auch euer Jahr 2019 vor allem gut sein! Prost! :-)

Samstag, 18. August 2018

Happy Birthday, Tarean

Exakt auf den Tag genau zehn Jahre ist es her, dass mein Debütroman „Tarean – Sohn des Fluchbringers“ bei Egmont-LYX erschienen ist. Das Foto von damals zeigt: Es war eine völlig andere Zeit. Ich lebte als Single in einer kleinen Wohnung in meiner Studienstadt Mainz und arbeitete vier Tage die Woche im Deutschen Filminstitut in Frankfurt, während ich an den Wochenenden schrieb. Seitdem ist verdammt viel passiert. Ich bin dreimal umgezogen, habe im (für mich seinerzeit) fernen Schwaben eine neue Freundin gefunden, die vier Jahre später meine Frau wurde, wir haben einen Sohn bekommen und ein Haus gebaut und nicht zuletzt habe ich etwa 40 Romane geschrieben – mal solo, mal gemeinsam mit meinem langjährigen Autorenkollegen Christian Humberg. Meine Werke haben Preise gewonnen, wurden ins Ausland übersetzt und für die Theaterbühne adaptiert. Es war, rückblickend, richtig was los – und die Initialzündung für das alles war „Tarean“.

Der Autor 2008. 

Dieses Buch hat wirklich eine Weiche in meinem Leben gestellt, und es lässt sich mit Fug und Recht sagen, dass mein Leben heute vollkommen anders aussehen würde, wäre „Tarean“ damals nicht geschrieben und publiziert worden. Und da vieles von dem, was mir widerfahren ist, extrem gut war, gratuliere ich meinen literarischen Kindern – Tarean, Auril, Moosbeere und Brom – hiermit nicht nur ganz herzlich zum 10-Jährigen, sondern ich möchte auch noch einmal bei all jenen bedanken, die mir damals geholfen haben, dieses Buchprojekt zu verwirklichen: Simon Ofenloch, Christian Humberg, Olivia Just, Anja Mundt, Dominik Cenia, Natalja Schmidt, Julia Abrahams, Volker Busch, Alexandra Panz und Sarah Riffel – Danke!

 Der Autor 2018.

Und gerade weil „Tarean“ nicht nur mein Debütroman war, sondern wirklich der Beginn eines neuen Lebensabschnittes, freue ich mich extrem, das Werk heute, pünktlich zum 10-jährigen Jubiläum, in einer neuen, verbesserten Ausgabe in den Händen zu halten: mit überarbeitetem Text, stimmungsvollen Illustrationen und umfangreichem Bonusmaterial. Für viele mag das hier nur der Reprint eines vergriffenen Romantitels aus meiner Feder sein. Für mich ist es der Beginn meiner zweiten Dekade als (publizierter) Autor. Und ich hoffe, dass Tarean und seine Freunde auch die nächsten zehn Jahre einen so guten Einfluss auf mein Leben haben werden. Ganz zu schweigen davon, dass ich hoffe, einer weiteren Generation junger Fantasy-Leser mit der Trilogie spannende Lesestunden zu bescheren. :-)

Und jetzt noch ein paar Impressionen zu „Tarean“.

Allererster BoD-Druck in einer „extremely limited edition“.
(Ich glaube, es gibt insgesamt 10 Exemplare davon weltweit.)

 Das Manuskript, das 2007 an meine Agentur ging.

Die ganze Trilogie in ihrer LYX-Ausgabe. (Stand 2009) 

Erste Sichtung des 1. Bandes im Buchhandel. Damals wurde ich noch auf Augenhöhe mit George R. R. Martin und Terry Pratchett gehandelt. Oder so ähnlich. ;-)

Meine erste Lesung auf der Buchmesse Leipzig 2009. Band 2 war nur als Dummy vorhanden, wenn ich mich recht entsinne, weswegen ich vor allem Band 1 vorgestellt habe. 

Früher gab es die Hörbuch-Belege von Audible noch als hübsche, selbst gebastelte DVD-Ausgabe. Heute bekommt man bloß Download-Codes.

Auch eine Weltbild-Ausgabe der „Tarean“-Trilogie ist 2011 erschienen - im schönen Hardcover in der Reihe „Fantastische Welten“. Diese Ausgabe ist heute selbst gebraucht kaum zu bekommen.

„Tarean – Sohn des Fluchbringers“ in der illustrierten Jubiläumsausgabe ist beim Mantikore-Verlag erschienen und ab sofort überall erhältlich – zumindest als E-Book (für 9,99 Euro). Der schicke Hardcoverband (für 19,95 Euro), der eigentlich auch heute erscheinen sollte, verzögert sich durch Probleme in der Druckerei leider um 3 bis 4 Wochen. Eine Paperbackausgabe zum Preis von 14,95 Euro erscheint zudem im Oktober, pünktlich zur Frankfurter Buchmesse.

Samstag, 10. März 2018

DPP 2018

Es geht wieder los. Die Longlist zum "Deutschen Phantastik Preis 2018" ist online. Bis zum 15.4. können alle Fans ihre Stimme für die vorgeschlagenen Titel abgeben - oder neue Titel vorschlagen. "Der Drachenjäger" ist zu meiner Freude gleich in zwei Kategorien von der Jury vorgeschlagen worden: "Bester deutscher Roman" und "Bestes deutschsprachiges Hörspiel/Hörbuch". Wer von euch eins von beidem mochte (Roman oder Hörbuch), würde mich glücklich machen, wenn er sein Kreuz davor setzen würde.

Montag, 1. Januar 2018

Das war 2017


Das Jahr 2017 ist vorbei. Gestern ging es mit Böllern und Raketen dahin. Doch bevor ich den Blick nach vorne richte, will ich die letzten zwölf Monate noch einmal kurz Revue passieren lassen. Es war ein arbeitsreiches Jahr für mich, das steht außer Frage. Ganz zu schweigen von einem Umzug ins neue Eigenheim im Februar – mit Handwerkerterminen bis weit in den März –, hatte ich ein ziemlich knackiges Programm auf der To-Do-Liste. Vielleicht etwas zu knackig, wie sich an diversen (internen) Terminverschiebungen und durchgeschriebenen Feierabenden gezeigt hat. Diesen Aspekt meines Lebens als Autor hoffe ich 2018 etwas besser unter Kontrolle zu bekommen.

Aber 2017 war auch ein höchst erfolgreiches Jahr. Mit „Angriff der Automatenmenschen“ gingen im März „Die unheimlichen Fälle des Lucius Adler“ von Christian Humberg und mir bei Thienemann in die dritte Runde. Im Sommer erschien dann nicht nur mein Verlagsdebüt bei Fischer-Tor, das Fantasy-Epos „Der Drachenjäger“, sondern es startete auch eine neue Kinderbuchreihe bei Thienemann, „Die Wächter von Aquaterra“, die ich ebenfalls zusammen mit Christian verfasst habe. Übrigens kennen wir zwei uns nun seit mittlerweile zwanzig Jahren – und seit knapp zehn schreiben wir zusammen Bücher! Darauf hoch die Tasse, Kollege!

Abgesehen von meinen Buchprojekten war ich auch an zahlreichen anderen Fronten aktiv. Zwei von mir übersetzte „Star Trek“-Romane sind bei Cross Cult erschienen, diverse Artikel, etwa zu alten Fantasy-Filmen und zu Genre-Brettspielen, fanden ihren Weg zu Tor-Online, beim von mir betreuten Phantastik-Rezensionsportal Ringbote stand eine Komplettüberholung an und für das Playmobil-Magazin von Blue Ocean durfte ich einen ganzen Stapel Comics ersinnen, von Ritter-Epen, über Piraten-Abenteuer, bis hin zu actionlastigen Polizei-Storys.

Ein besonderes Highlight war natürlich das Erscheinen des ersten Bandes der „Star Trek: Prometheus“-Trilogie in englischer Übersetzung bei Titan Books UK. Letztes Jahr war das Projekt im Rahmen des 50. Geburtstags von „Star Trek“ eine Weltpremiere, weil erstmals in fünf Jahrzehnten außerhalb der USA ein lizenzierter Originalromanstoff auf dem Markt erschien. Dieses Jahr nun stellte das Ganze zumindest eine persönliche Premiere dar, denn eine Übersetzung eines meiner Bücher ins Englische hatte es bis dato noch nicht gegeben.

Zur Auflockerungen vom Arbeitsalltag ging es zwischendurch immer mal wieder auf Tour zu Messen, Conventions und Lesungen, darunter neben den Klassikern Leipzig und Frankfurt etwa zur brandneuen Phantastika in Oberhausen, zur ComicCon in Stuttgart und zur Münchner Bücherschau. Gerade diese Ausflüge schätze ich immer besonders, denn sie stellen eine wunderbare Möglichkeit dar, alte Kontakte zu pflegen und neue zu knüpfen sowie ein paar Bücher direkt an den neugierigen Leser zu bringen. (Ich glaube, das schreibe ich jedes Jahr, aber es wird deswegen nicht falsch.)

Und was steht für 2018 auf dem Programm? Eine ganze Menge! „Die Wächter von Aquaterra“ stellen sich einer Gefahr in der Tiefe des Meeres, Frontiersman John Donovan und seine Crew von der Mary-Jane Wellington kehren zurück und müssen sich durch einen galaktischen Bürgerkrieg schlagen, eine zweite Reise ins Wolkenmeer steht bevor und bei Playmobil halten die Zwerge Einzug (nicht die von Markus Heitz ;-) ). Ein, zwei Überraschungen habe ich auch noch in der Hinterhand. Ich werde sie verkünden, sobald ich sie verkünden darf.

Zum Abschluss bleibt mir nur noch, allen zu danken, die mein letztes Jahr so erfreulich gemacht haben: kreative Kollegen, verständnisvolle Verlagsmitarbeiter, begeisterte Leser – von Freunden und der Familie ganz zu schweigen. Möge auch euer Jahr 2018 vor allem gut sein! Darauf erhebe ich meine Plastikmineralwasserflasche, die neben dem PC steht. Prost! :-)

Sonntag, 15. Oktober 2017

Unter der Tarnkappe

Auf der Website tarnkappe.info ist ein umfangreiches Interview mit mir online gegangen. Es heißt von der Seite, dort würde durchaus kontrovers über das Thema Urheberrecht u.ä. diskutiert. Manche mögen der Ansicht sein, dass sich Kreative (also Schöpfer von Werken) doch nicht mit "solchen Leuten" einlassen sollten. Ich sehe das anders. Nur Kommunikation kann Verständnis schaffen - und nur Verständnis sorgt hoffentlich für ein Umdenken. Daher war es mir wichtig, auch auf einer Seite, die scheinbar durchaus von Menschen gelesen wird, die kein Problem mit z.B. E-Book-Piraterie haben, mal einen Einblick ins Leben eines Autors und - soweit möglich - die Verlagswelt zu geben. Ich wurde von den Betreibern absolut freundlich und respektvoll behandelt - und vielleicht ist die ganze Aktion auch gar keinen Aufreger wert. Aber lest einfach selbst.

Donnerstag, 17. August 2017

Im Nerd-Talk


In ihrer Interview-Reihe "Durch die Galaxie" nimmt Tor Online immer wieder Autoren auf eine Reise durch ihren eigenen Nerd-Kosmos. Diesmal durfte ich das Raumschiff steuern. Wir reden viel Unsinn - und das hochoffiziell! Kommt an Bord.

Freitag, 7. Juli 2017

Bernd Drachenfreund

Irgendwie hab ich's mit Drachen, scheint mir ... (Und witzigerweise spielen sie in jedem Roman eine völlig andere Rolle.)

Samstag, 11. März 2017

Neues Regal!

Neues Büro, neues Autorenregal. Von oben nach unten: Werke, Jungdrache Fleck aus D13, fremdsprachige Ausgaben, Zweitauflagen und Sammelbände, Belege, Signierkarten und Lesungsexemplare. Und dazwischen ein bisschen was fürs Geek-Herz. So viel Platz muss sein. :-)


Dienstag, 28. Februar 2017

Was so passiert ...

In den letzten zwei Monaten war ich im Netz ziemlich ruhig. Ich habe mich wenig auf Facebook herumgetrieben, kaum was an meiner Website gemacht, keinen Blog-Eintrag geschrieben. Das hatte mehrere Gründe.

Grund 1 war schlichtweg Zeitmangel. Denn es war verdammt viel los im Januar und Februar. Ich habe einen Roman fertig übersetzt, habe einen Roman fertig geschrieben, schreibe an einem neuen Roman, übersetze einen neuen Roman und bastle an zwei Roman-Exposés. Ich war an der VHS in Stuttgart und habe in Mannheim gelesen. Außerdem bin ich umgezogen - und jeder, der wie ich Bücher sammelt, weiß, was das bedeutet. Ich will über die Stunden, die ich mit dem Packen und Auspacken von Kisten sowie dem Aufbauen von Regalen verbracht habe, gar nicht nachdenken.

Grund 2 hatte dann auch direkt mit diesem Umzug zu tun. Ich hatte schlichtweg kein Internet. Oder zumindest nur ein Smartphone-erzeugt-WLAN-Hotspot-für-Laptop-Internet. Grausig. Langsam, teuer, nichts, was was einem Laune macht, mehr als die notwendigste Zeit im Netz zu verbringen. Was angesichts meines Arbeitspensums vielleicht nicht das Schlechteste war.

Noch ist das alles nicht vorbei. Noch wollen ein paar Regale zusammengeschraubt, ein paar Kartons ausgepackt und ein paar Bücher sortiert werden. Und auch der Arbeitsstapel auf dem Schreibtisch hat nach wie vor eine herausfordernde Höhe. Aber es wird besser, mit jedem Tag ein bisschen. Und irgendwann wächst dann wohl auch wieder die Lust am Prokrastinieren. Ihr werdet schon merken, wann. ;-)

Samstag, 31. Dezember 2016

Mach's gut, 2016

Ich hatte als Autor schon miesere Jahre. :-) Vielen Dank an alle Freunde und Kollegen, mit denen ich kreativ sein, Projekte planen, phantastisch fachsimpeln und diverse Getränke auf Messen, Cons und im Biergarten zu mir nehmen durfte. Und ein lautes Dankeschön auch an alle Leser, die meine Bücher 2016 neu für sich entdeckt oder mit Vergnügen weiter verfolgt haben. Ich wünsche euch allen einen Guten Rutsch ins neue Jahr und möge 2017 für uns alle so erfreulich werden wie nur irgend möglich.



Mittwoch, 28. September 2016

Interview in der PHANTAST

Die neue Ausgabe des Online-Magazins PHANTAST ist erschienen, ein 234-seitiges, prallvolles Paket, das sich ausschließlich mit SF beschäftigt, genauer gesagt: der Space Opera. Zu den vielen interessanten Beiträgen zählt auch ein Interview, das mit mir zum Thema "Star Trek" im Allgemeinen und "Prometheus" im Besonderen geführt wurde - mit Abstechern in Richtung "Frontiersmen" und "SF in Deutschland". Ein Blick lohnt sich auf jeden Fall. http://www.literatopia.de/phantast/phantast16.pdf

https://scontent-frt3-1.xx.fbcdn.net/v/t1.0-9/14449888_1225357557529089_4589418303131764895_n.jpg?oh=62df5c7e28f03806733fe80c049f193a&oe=58D75FE4

Donnerstag, 22. September 2016

10 Jahre Autor


Wo fängt man an? Wenn mir in Interviews die Frage gestellt wird, wie ich Autor wurde, antworte ich stets: Ich habe schon immer gerne geschrieben. Erste Kurzgeschichten datieren bis in die Grundschulzeit zurück. Und bereits davor habe ich gemeinsam mit meinen Eltern phantastische Abenteuer erzählt. Im Grunde könnte ich also auch gute 35 Jahre schöpferisches Erzählen feiern, aber der wirkliche Einschnitt in meinem Leben, der Punkt, der für mich der Beginn meiner Autorenlaufbahn sein sollte, kam im Herbst 2006.

Damals befand ich mich gerade in einer Art First-Third-Life-Crisis. Wobei das vielleicht zu drastisch ausgedrückt ist. Eigentlich hatte ich einen interessanten Job im Deutschen Filminstitut in Frankfurt, ich bewohnte eine schöne Bleibe in Mainz, war von guten Freunden umgeben und gesund. Unter solchen Umständen muss man sich nicht beschweren. Doch während der öden Bahnfahrten von Mainz nach Frankfurt und zurück träumten ein Studienfreund, der durch Zufall zum Arbeitskollegen geworden war, und ich von mehr. Wir waren beide im Herzen Kreative, denen die reine Archivierung und Präsentation der Kreativität anderer – denn nichts anderes war unsere Aufgabe im Filminstitut – nicht genügte. Wir träumten vom eigenen Film, vom eigenen Buch, von der eigenen Hörspielreihe. An Ideen mangelte es uns nicht. Bloß an etwas Anstoß.

In besagtem Herbst nun kamen zwei Dinge günstig zusammen. Zum einen nahte mein dreißigster Geburtstag und ich begann mich ernsthaft zu fragen, wie sich mein Leben eigentlich entwickeln sollte. Wenn ich meine Träume verfolgen wollte, war jetzt der richtige Moment dazu. Ich hatte all die Jahre der Lernbelastungen hinter mir und das Filminstitut bot mir ein sicheres Grundeinkommen. Zum anderen flatterte mir just in diesen Wochen die Einladung zu einem Schreibwettbewerb ins Haus. Es handelte sich – ich will es endlich mal verraten – um den Wolfgang-Hohlbein-Preis von Ueberreuter, ein damals etwa alle drei Jahre ausgeschriebener Wettbewerb. Hohlbeins phantastische Jugendbücher bei Uberreuter hatten mich zwischen 10 und 14 enorm begeistert, und die Erinnerung daran mochte der Auslöser gewesen sein, in seine Fußstapfen treten zu wollen. (Denn hatte Hohlbein Anfang der 1980er nicht selbst seine Karriere mit einem Wettbewerbsgewinn bei Ueberreuter begonnen?)

Rückblickend muss man sagen, dass ich riesiges Glück hatte, so zu denken. Der Wolfgang-Hohlbein-Preis wurde 2006 das letzte Mal initiiert, ich hätte also keine zweite derartige Einladung bekommen, Fantasy-Autor zu werden. So aber war der Anreiz da und mein Kollege und ich setzten uns hin, um je einen Roman zu verfassen. Unter zuletzt völligem Freizeitverzicht und mit einigen Nachtschichten wurde ich gerade noch rechtzeitig fertig, und obwohl ich in der Vorrunde aus dem Wettbewerb flog (ich schätze, den Juroren hatte mein eigenwilliger Anfang von „Tarean“, der praktisch mit einer Endschlacht beginnt, nicht zugesagt), war mein Debütroman kurioserweise am Ende schneller auf dem Markt, als der des eigentlichen Gewinners.

Mein Mitstreiter schaffte es übrigens damals nicht. Am Ende fehlten vier oder fünf Kapitel. Die fehlen noch heute. Er hat mittlerweile einen guten Job bei ARTE, aber Autor ist er nie geworden, nicht einmal nebenberuflich. Eine Erinnerung daran, wie mein Leben auch hätte weitergehen können ...

Zehn Jahre sind seit diesem Herbst nun vergangen, und wenn ich auf das zurückblicke, was ich seitdem erreicht habe, bin ich wirklich nicht unzufrieden. Natürlich wurden mir im Laufe der Zeit einige Illusionen genommen. Etwa, dass sich ein Buch gut verkauft, bloß weil es gut unterhält. Oder dass man als Autor seinen Ruhm durch beharrliche Arbeit und kontinuierlichen Output zwangsläufig immer weiter mehrt. Der Buchmarkt ist viel komplizierter und von Faktoren beherrscht, auf die man als Autor entweder gar keinen Einfluss hat oder die einem anfangs gar nicht in den Sinn gekommen wären - im Guten wie im Schlechten.

Doch unterm Strich hatte ich Glück, immer wieder. Ich fand schnell eine tolle Agentur, die Phantastik genauso liebte wie ich. Ich fand schnell einen ersten Verlag, mit dem ich sehr partnerschaftlich zahlreiche Werke entwickeln konnte. Ich habe mittlerweile zwei Dutzend Bücher geschrieben, Kurzgeschichten und Heftromane nicht eingerechnet. Mir wurde erlaubt, in einigen meiner Lieblings-SF-Universen („Perry Rhodan“, „BattleTech“, „Star Trek“) zu spielen, etwas, das ich vor zehn Jahren noch für unmöglich gehalten hätte. Hörbuchausgaben, Auslandslizenzen, der „Deutsche Phantastik Preis“ für den „Besten deutschsprachigen Roman“ und der Kontakt zu unfassbar vielen netten Menschen aus der Branche und dem Genre-Fandom haben immer wieder kleinere und größere Highlights in meiner Laufbahn als Autor gesetzt. Nichts davon möchte ich missen und unverändert möchte ich keinen anderen Job der Welt haben. Wie viele Berufstätige können das schon von sich sagen?

Einige Ziele und Träume bleiben natürlich für die nächsten zehn Jahre. Etwa der erste deutsche „Star Wars“-Roman (vielleicht zum 50. Geburtstag von „Star Wars“?). Oder die Verfilmung eines meiner Bücher, auch wenn die deutsche Filmlandschaft leider alles andere als phantastikfreundlich ist. Ganz abgesehen davon schwirren mir noch ein paar große Geschichten im Kopf herum. Denn irgendwie habe ich das Gefühl, dass mein persönliches „Rad der Zeit“, mein „Otherland“, meine „Scheibenwelt“ nach wie vor aussteht. Es bleibt also spannend, nicht nur für euch, sondern auch für mich.

Montag, 12. September 2016

Was macht der Perplies da???

Regelmäßigere Besucher meines Blogs werden es bemerkt haben: Immer wieder gibt es Monate in meinem Blog, da weht sozusagen die Steppenhexe durch die virtuellen Straßen. Und dann auf einmal erfolgt eine Springflut an neuen Einträgen, teilweise Wochen zurückdatiert. Warum das?

Ich muss in dem Zusammenhang mal zerknirscht gestehen: Ich bin ein mieser Blogger. Meist vergesse ich, dass ich dieses Blog überhaupt habe. Stattdessen konzentrieren sich all meine Aktivitäten auf Facebook, wo ich fast täglich zu finden bin. Alle paar Wochen fällt mir dann auf, dass es ja auch Leute gibt, die kein Facebook nutzen und die vielleicht stattdessen gerne in meinem Blog über Neues und Kurioses informiert werden würden. Und dann gehe ich zu Facebook, schaue die Einträge durch und präsentiere die Highlights rückwirkend hier. Das ist keine elegante Lösung, aber für mich die einfachste.

Unterm Strich kann ich daher nur sagen: Wenn ihr zeitnah über mein Wirken informiert werden wollt, kommt zu Facebook. Kostet nix und verlangt nix von euch. Wenn ihr nur mitlesen möchtet, genügt ein minimaler Account. Ansonsten freut euch halt alle ein bis zwei Monate über das Best-of an dieser Stelle, das es natürlich weiterhin geben wird.

Mittwoch, 3. August 2016

TOR!!!

Nein, wir sprechen heute nicht über Fußball. Vielmehr ist jetzt TOR Online am Netz, das Phantastik-Portal meiner neuen literarischen Heimatbasis. Und ich schreibe nicht nur ab nächstem Jahr Bücher für FISCHER TOR, ich schaue zwischendurch auch zum Spaß alte und nicht ganz so alte Fantasy-Filme und lasse mich dann ein wenig darüber aus. Beispielsweise schwadroniere ich über "Conan der Barbar" (der Kult-Barbarenfilm überhaupt) oder "Knights of Badassdom" (herrliches LARP-B-Movie). Aber auch ansonsten gibt es viel zu entdecken. Schaut doch mal vorbei: http://www.tor-online.de

Donnerstag, 31. Dezember 2015

Mach's gut, 2015

Das Jahr neigt sich dem Ende zu - und wenn ich zurückblicke, muss ich schon sagen: 2015 war ziemlich gut! Im Privaten sowieso, aber auch als Autor gesprochen. Ich konnte mir mit "BattleTech" und "Frontiersmen" ein paar lang gehegte Buchprojektwünsche erfüllen, habe mich über schöne Auslandslizenzen gefreut, wurde gegen Jahresmitte von der Neuigkeit in Euphorie versetzt, "Star Trek"-Romane schreiben zu dürfen, hatte die Ehre, den Deutschen Phantastik Preis für den "besten deutschsprachigen Roman" in Empfang nehmen zu dürfen und war zum Jahresende eingeladen, eine wundervolle Theateradaption von "Drachengasse 13" zu erleben. Was will man mehr? :-) Danke an alle Mitstreiter, Leser und Wegbegleiter, die die letzten 365 Tage so fantastisch gemacht haben! Möge es 2016 so weitergehen.

Sonntag, 18. Oktober 2015

And the Winner is ...

Gestern war ein großer Tag in meiner Karriere als Phantastik-Autor. Mein Roman „Imperium der Drachen: Das Blut des Schwarzen Löwen“ wurde auf dem alljährlich die Frankfurter Buchmesse begleitenden BuCon in Dreieich in der Kategorie „Bester deutschsprachiger Roman“ mit dem Deutschen Phantastik Preis ausgezeichnet.

Das freut mich über alle Maßen. Zum einen natürlich, weil ich mir seit Beginn meiner Laufbahn heimlich wünsche, diesen „Oscar“ der deutschen Phantastikszene in der „Königskategorie“ einmal in den Händen halten zu dürfen. Anläufe gab es in den letzten Jahren genug. Viermal war mir die Ehre zuteil, zu den Final Five zu zählen, jenen Kandidaten, die nach der Nominierungsphase den Sprung in die Hauptrunde geschafft hatten (einmal als Debütant, dreimal in der Kategorie „Bester Roman“). Viermal musste ich mich den hervorragenden Texten von Kollegen geschlagen geben. Nun hat es geklappt. Darüber bin ich glücklich.

Vor allem – und dies zum anderen – bin ich darüber glücklich, weil der DPP ein Publikumspreis ist. Das Feedback der Leser, das Lob der Leser, ist für mich seit jeher ein Ansporn und eine Freude beim Schreiben. Es mag Autoren geben, die vor allem für sich schreiben, weil raus muss, was in ihnen brennt, egal wen das später interessieren mag. Zu dieser Gruppe gehöre ich nicht. Ich schreibe, weil ich mir wünsche, damit die Leser zu erreichen, ihnen unterhaltsame, spannende Stunden der Lektüre zu bescheren. Und wenn ich dann begeisterte Rückmeldungen erhalten – in Facebook-Posts, Emails, Blog-Kommentaren oder im persönlichen Gespräch –, ist das ein wunderbares Gefühl. Dieser Preis, der DPP, stellt für mich die Krönung allen positiven Feedbacks dar, die in einer hübschen, kleinen Trophäe verdichtete Zustimmung von x Lesern.

Daher möchte ich allen danken, die ihre Stimme für „Das Blut des Schwarzen Löwen“ abgegeben haben, sei es, weil sie das Buch tatsächlich gelesen haben und toll fanden, sei es, weil sie mein Werk als Autor schon seit Jahren verfolgen und der Ansicht waren, dass der Perplies auch mal einen Preis verdient hätte. Ich werde den DPP in Ehren halten und mir Mühe geben, auch in Zukunft Bücher zu schreiben, die euch alle für einige Stunden voller Vergnügen in phantastische Welten eintauchen lassen.


Sonntag, 9. August 2015

Book Lovers Day

Heute feiert man (zumindest in den USA) den "Book Lovers Day". Aus diesem Grund möchte ich euch einen meiner liebsten Buchschätze zeigen: Die "Star Wars Chroniken", wirklich ein Monster von einem Buch in einem sehr eleganten Schmuckschuber. Direkt auf Platz 2 würde übrigens die von Alan Lee illustrierte Gesamtausgabe vom "Lord of the Rings" stehen, für die ich damals als Student ein halbes Vermögen ausgegeben habe (aber das Buch musste einfach meins sein).


Freitag, 19. Juni 2015

"Imperium der Drachen" für den DPP nominiert

Die Finalisten des Deutschen Phantastik Preises 2015 stehen fest. Erneut wundere ich mich ein wenig über das Fehlen gewisser großer Namen der Szene. Und ich freue mich darüber, dass andere (kleinere) Namen in den Listen auftauchen. Vor allem begeistert mich, dass es mein Auslandsfavorit Andy Weir mit "Der Marsianer" geschafft hat. SF beim DPP in der Romankategorie zu finden, ist selten genug. Und, okay, dass es "Imperium der Drachen - Das Blut des Schwarzen Löwen" in die Final Five geschafft hat, ist mir natürlich auch ein Vergnügen. Vielen Dank an alle, die den Roman so mochten, dass sie ihn für nominierungswürdig hielten!

Samstag, 28. Februar 2015

Mr. Spock lebt! - Gedanken zum Tod von Leonard Nimoy

Am 27. Februar starb Leonard Nimoy, den meisten von uns vor allem bekannt als Mr. Spock des Raumschiffs Enterprise, und die Fan-Welt trug Trauer. So viele Formen der Kondolenzbekundung habe ich selten bei Facebook gesehen. Manche legten spontan den Film „Auf der Suche nach Mr. Spock“ ein, und auf „Star Trek Online“ versammelten sich Hunderte im stillen Gedenken auf Vulkan, um Mr. Nimoy die letzte Ehre zu erweisen.

Tatsächlich fällt es mir schwer, um Leonard Nimoy aufrichtig zu trauern. Natürlich war er ein Mensch, und wie der Tod jedes anderen Menschen ist auch der seine traurig, vor allem für sein unmittelbares Umfeld. Aber er war 83 und hatte ein erfülltes Leben. Man kann sich ein schlimmeres Ende vorstellen. Zumal ich ihn persönlich auch gar nicht kannte. Seinen Twitter-Einträgen zufolge war er ein feinsinniger und kultivierter Mann – zumindest in den letzten Jahren. Solche Menschen schätze ich. Ich bin sicher, er hätte mich beeindruckt, wenn wir einander je begegnet wären, und das nicht nur, weil er eine Berühmtheit war. Und eine Berühmtheit war er. Dabei ging sein Ruhm weit über den eines gewöhnlichen Schauspielers hinaus. Leonard Nimoy war unsterblicher Teil der Popkultur.

Wobei das genau genommen nur halb stimmt: Mr. Spock war und ist unsterblicher Teil der Popkultur, die Rolle, die für Nimoy zum zweiten Ich wurde. Wie nur selten sonst sind hier Person und Kunstfigur im Laufe der Jahrzehnte zu einem Ganzen verschmolzen. Kein Wunder also, dass viele in diesen Stunden sagen und schreiben, Mr. Spock sei gestorben. Dabei ist das gar nicht wahr. Mr. Spock lebt! Er hilft gerade den Exil-Romulanern dabei, in J.J. Abrams’ „Star Trek“-Paralleluniversum eine neue Heimat zu finden, eine würdige Altersaufgabe für einen Mann, der so viel für das „Prime Universe“ getan hat (man denke nur an die Friedensbemühungen zwischen Föderation und Klingonen oder die zwischen Vulkaniern und Romulanern).

Mr. Spock in Gestalt von Leonard Nimoy war für mich in meiner Jugend ein großes Vorbild. Von ihm habe ich den vulkanischen Gruß und das fragende Hochziehen einer Augenbraue gelernt. Er hat mir vorgelebt, dass ein ruhiger, kühler Geist, der stets versucht, vorurteilsfrei, neugierig und bedacht zu sein, ein erstrebenswertes Ideal im gesellschaftlichen Umgang ist. Der Außenseiter namens Spock kam dem Nerd namens Bernd sehr entgegen. Und gerade weil Spock im Grunde auch Nimoy war (jeder andere Schauspieler hätte die Figur anders interpretiert), bin ich Mr. Nimoy zutiefst zu Dank verpflichtet für alles, was er mir, was er allen Fans gegeben hat.

Vermutlich habe ich eingangs gelogen, als ich behauptete, sein Tod würde mich nicht mit Trauer erfüllen. Wäre dem tatsächlich so, wäre es mir nicht so wichtig gewesen, ein paar Abschiedsworte zu verfassen. Abschließend möchte ich eine „Star Trek“-Analogie bemühen: Genau wie Mr. Spock hat Leonard Nimoy nun das Prime Universe verlassen … Doch irgendwo da draußen mag sein Weg weitergehen. Und auch wenn er nicht mehr unter uns weilt, werden wir ihn sicher nie vergessen. Denn so wie Mr. Nimoy Mr. Spock zum Leben erweckte, wird Mr. Spock nun Mr. Nimoy ewig leben lassen.