Donnerstag, 21. Mai 2015

Hrdinové z Draci Ulice

Das Abenteuer von Tomrin, Sando, Hanissa und Fleck in der großen weiten Welt geht weiter. Kürzlich bei mir eingetrudelt: "Hrdinové z Draci Ulice: Duchové z hlubin". (Im Sendung-mit-der-Maus-Tonfall: Das war Tschechisch.)


Montag, 11. Mai 2015

Drachengasse als Theaterstück

Die Nachricht ist eigentlich schon etwas älter, aber hier auf dem Blog habe ich sie noch gar nicht veröffentlicht: Im Herbst kommt "Drachengasse 13" erneut auf die Theaterbühne, diesmal allerdings nicht in Mainz als Szenische Lesung, sondern in Koblenz im Kindertheater.

Ein paar Sätze zum Hintergrund: Kurz vor Weihnachten 2014 kam die Jungautorin, Medienstudentin und begeisterte "D13"-Leserin Laura Dümpelfeld mit einer schönen Idee auf Christian Humberg und mich zu. Gemeinsam mit anderen Studenten der Universität Koblenz-Landau wollte sie im Rahmen einer Projektarbeit unsere Kinderbuchserie "Drachengasse 13" ganz neu auf die Bühne bringen - als Theaterstück mit Kindern und für Kinder. Natürlich gaben wir Autoren schnell unser Einverständnis, und auch der Verlag Schneiderbuch war begeistert von der Idee.

Seitdem arbeiten die kleinen und großen Ensemblemitglieder in Koblenz daran, "Schrecken über Bondingor", den ersten "D13"-Roman, aufführen zu können. Eine erste Textfassung, die wir bereits sehen durften, macht Lust auf mehr, regelmäßige Status-Updates (inkl. Bühnenbild- und Kostümentwürfen) steigern die Vorfreude noch. Im November soll das Stück dann in Koblenz aufgeführt werden. Genaue Daten werden noch bekannt gegeben. Wir Autoren freuen uns drauf und werden selbstverständlich der Premiere beiwohnen.

Anbei noch ein Zeitungsartikel aus der Koblenzer Zeitung:


Dienstag, 5. Mai 2015

Gelesen: "Der Marsianer" von Andy Weir

Mal wieder möchte ich euch ein Buch vorstellen, das ich vor einigen Wochen gelesen habe. Es handelt sich um einen Roman, der erstaunlicherweise die Faktenlage eines Hard-Science-Fiction mit der erzählerischen Leichtigkeit einer romantischen Komödie verbindet - oder so ähnlich. (Achtung: Spoiler im hinteren Teil - zumindest wenn man ernsthaft glaubt, der Roman könne ein anderes Ende nehmen, als er nimmt. :-) )

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Der Marsianer

Ich gestehe, dass ich das Buch anfangs nicht gut finden wollte. Wieder so ein US-Debütautor, der mit seinem ersten Roman von null auf hundert in den Star-Himmel aufsteigt, Übersetzung in fünfzehn Sprachen, Filmrechte an Ridley Scott verkauft, da wird man doch grün vor Neid. Aber es ist ein Science-Fiction und ich mag Science-Fiction. Also habe ich „Der Marsianer“ von Andy Weir dann doch gelesen – und wurde bekehrt!


Astronaut Mark Watney ist ein privilegierter Mann. Er gehört zu den wenigen Menschen der Erde, die einen Fuß auf die Oberfläche des Mars setzen dürfen. Schön, er ist nur Mitglied von Ares 3, der dritten bemannten Expedition zum roten Planeten, und genau genommen ist er auch nur das rangniedrigste Mitglied, aber immerhin: Er ist auf dem Mars. Rasch jedoch wird dieser wahr gewordenen Traum zum Albtraum, denn seine Truppe muss ihre Mission wegen eines starken Sandsturms abbrechen. Auf dem Weg zum Marsrückkehrmodul, das sie wieder in die Umlaufbahn bringen soll, wird Mark verletzt. Seine Freunde halten ihn für tot, finden ihn im Sturm auch nicht mehr wieder und fliegen ab – ohne ihn. Wie er merkt, als er wieder aufwacht. „Ich bin so was von im Arsch“, lautet der schöne erste Satz des Romans, der die Lage treffend zusammenfasst.

In der Folge wird daraus eine erstaunliche Geschichte. In einer Robinsonade der galaktischen Art beschreibt Autor Andy Weir, wie Mark Watney zu überleben versucht, mit dem, was er auf dem Mars noch hat. Das ist zum Glück noch einiges, beispielsweise Vorräte für fast ein Erdenjahr, ein Wohnmodul, Solarzellen für Energie, ein Wasseraufbereiter, ein Oxygenator. Es könnte schlimmer sein. Bedauerlicherweise trifft Ares 4, die Mission, die ihn nach Hause bringen könnte, erst in vier Jahren ein. Bis dahin ist er längst verhungert, wenn ihm nicht etwas einfällt. Ich will nicht im Detail verraten, zu welchen Tricks Watney greift, um zu überleben, aber er erweist sich im Laufe des Romans als wahrer McGyver, dem immer noch ein biologischer oder chemischer Kniff einfällt, um sich aus brenzligen Situationen zu retten.

Und brenzlige Situationen gibt es immer wieder. Hier beweist Andy Weir ein gutes Händchen. Immer, wenn man als Leser glaubt, dass sich Watneys Lage jetzt doch recht gut stabilisiert hätte, passiert etwas Unerwartetes, das ihn vor die nächste Herausforderung stellt. Dabei sind die Probleme oft hausgemachter Natur, entstehen etwa durch Unachtsamkeit oder Unwissen. Ein naturwissenschaftlich-technisch gebildeter Leser könnte sie also vorhersehen, als Laie staunt man dagegen jedes Mal aufs Neue, wie es dem Autor gelingt, nicht nur überzeugende wissenschaftliche oder technische Lösungen für knifflige Fragen des Überlebens zu präsentieren, sondern auch noch Fehler einzubauen, die Watney macht, nur um danach modifizierte überzeugende Lösungen zu präsentieren. Laut Biographie ist Andy Weir Softwareentwickler, also nicht von Natur aus etwa ein Biochemiker oder Elektroingenieur. Die Recherchearbeit, die er in diesen Roman gesteckt haben muss, nötigt daher gleich doppelt Respekt ab.

Trotzdem ist „Der Marsianer“ keine knochentrockene Hard-SF, und das ist das eigentliche Wunder. Andy Weir lässt Mark Watney seine Geschichte in Logbucheinträgen erzählen, und diese sind von launigen Kommentaren nur so gespickt. Wir haben hier also Hard-SF, die stellenweise im leichten Tonfall einer romantischen Komödie erzählt wird. Bridget Jones auf dem Mars. Das ist ebenso ungewöhnlich wie zweifellos ein weiterer Grund für den Erfolg des Romans. Denn Watney erklärt sein Tun stets so, dass auch Leser, die keine Ahnung von Raumfahrt und ihren Tücken haben, ihm halbwegs gut folgen können, bei ihm bleiben und über seine Selbstironie und seine schrägen Kommentare lachen.

Psychologisch mag die Figur dadurch etwas fragwürdig sein, denn Watney hat zwar zwischendurch Selbstzweifel, aber richtig am Ende ist er nie. Er wird als Machertyp präsentiert, unkaputtbar, immer ziel- und lösungsorientiert, auch wenn sich eine ganze Welt gegen ihn verschworen hat. Dass er etwa sterben könnte, daran glaubt man als Leser keine Sekunde. Dafür hat er den Mars – bei allen Problemen – zu gut im Griff. Gegen Mitte des Romans setzen entsprechend ein paar Ermüdungserscheinungen ein, denen Andy Weir mit einem Kunstgriff entgegenwirkt. Denn plötzlich bringt er die Perspektive der NASA ins Spiel, die von Watneys Überleben erfährt und nun alles dran setzt, um ihn zu retten. Die dramatische Rettungsaktion, die ihre eigenen Herausforderungen und Rückschläge erlebt, bringt zusätzliche Spannung in die Handlung, wenngleich man – erneut – eigentlich nicht an ein Scheitern glaubt. Hier geht es mehr um das „Wie“ als um das „Ob“.

Vielleicht wäre der Roman noch intensiver geworden, wenn trotz all der Kämpfe Watney nicht hätte gerettet werden können. Andererseits ist er dann doch zu sehr seiner Hollywood-Dramaturgie verpflichtet. Ein Mann, der alles gibt, der sich nie unterkriegen lässt, hat den Sieg und das Mädchen und den Ritt in den Sonnenuntergang am Ende verdient. Für Watney ist es der Flug nach Hause. Und der Leser wird mit einem der besten Schluss(ab)sätze belohnt, den ich je in einem Roman gelesen habe.

Fazit: Mit „Der Marsianer“ ist Andy Weir ein richtig guter Science-Fiction gelungen. Das Hard-SF-Thema wird durch seine humorvolle Erzählweise aufgelockert und dadurch auch für Leute zugänglich, die beispielsweise Arthur C. Clarke für zu trocken halten. Spannend, abwechslungsreich und mit einem enormen Rechercheraufwand beschreibt der Autor den Überlebenskampf seines Mark Watney auf dem Mars, einzig im letzten Drittel, nach einem dramaturgisch etwas ungeschickt gelösten Zeitsprung von 160 Tagen, verliert der Roman etwas an Zugkraft. Aber das ist auch der einzige Kritikpunkt, und der spielt eine untergeordnete Rolle angesichts der Stärken der Geschichte. Für SF-Liebhaber sowieso zu empfehlen, aber auch Freunde von Spannungsliteratur sind hier gut aufgehoben, denn trotz seines kosmischen Settings bleibt das Abenteuer des Mars-Robinsons Watney immer gut geerdet und fordert dem Leser keinen Doktorgrad in Nerd-Technologien ab.

Der Marsianer
Science-Fiction-Roman
Andy Weir
Heyne 2014
ISBN: 978-3-453-31583-9
512 S., broschiert, deutsch
Preis: EUR 14,99

Dienstag, 28. April 2015

Tag der Belege

Heute: "Kampf um Ferrol", in dem mein NEO-Debütroman "Schritt in die Zukunft" erneut abgedruckt wurde. Nebenbei bemerkt sieht diese Platin-Edition von "Perry Rhodan NEO" mal richtig gut aus. Verflixt, jetzt würde ich die am liebsten auch sammeln, obwohl ich doch alle NEOs schon habe.


Mittwoch, 22. April 2015

Messemitbringsel

Eben noch auf der Buchmesse Leipzig, jetzt in meinem Wohnungsflur. Damit ich ja nicht vergesse, dass ich mit "Imperium der Drachen" noch einiges vorhabe.


Donnerstag, 19. März 2015

Geist der Strafen

Auf der Buchmesse Leipzig haben Christian Humberg und ich unsere neue, von Christian eingelesene "Drachengasse 13"-Hörbuch-Anthologie "Lichtfestmagie und andere Zauber" (Verlag "in Farbe und Bunt") vorgestellt. Die Macher der Leser-Welt waren mit der Kamera dabei. Herausgekommen ist dieses Video. 

Montag, 16. März 2015

Die Leipziger Buchmesse 2015

Die Buchmesse in diesem Jahr fing auf eine einem Autoren unwürdige Art und Weise an: nämlich mit dem Aufstehen am Buchmessenfreitag um 5:45 Uhr. Ernsthaft: Ich bin ein Nachtarbeiter. Mein Tagewerk vor 9 Uhr morgens zu beginnen, ist mir ein Gräuel. Nachdem ich, noch ziemlich schlaftrunken, erfolgreich meinen Sitzplatz im Intercity nach Frankfurt eingenommen hatte, verlief der Rest der Reise erfreulich unproblematisch. Gegen Mittag empfing Leipzig mich mit der ihr eigenen Kühle (irgendwie scheint es dort immer 10° kälter als im Rest von Deutschland zu sein), aber immerhin schien die Sonne und in den Messehallen selbst herrschte wie stets die Temperatur, die mehrere 1000 Menschenleiber eben so produzieren.

Mein erster Termin führte mich zu meinem Hausverlag, Egmont, wo ich mit der Programmleiterin von Egmont-LYX bei Käsebrötchen und Kaffee über Freud und Leid der Buchschaffenden plauderte. Wir sprachen über das bislang sehr angenehme Feedback der Leser zu meinem neuen Zyklus „Imperium der Drachen“ und über den beharrlichen Unwillen des Buchhandels Egmont-LYX als etwas anderes als einen Verlag für Romantasy wahrzunehmen. Im Anschluss daran spazierte ich zur FantasyLeseinsel weiter, wo ich, einmal mehr wunderbar betreut von den begeisterten Phantasten von WerkZeugs, mein aktuellstes Buch, „Imperium der Drachen – das Blut des schwarzen Löwen“, vorstellte. Der Freitagnachmittagslot schien günstig zu sein, denn die Leseinsel war voll besetzt, und auch die sich daran anschließende Signieren-Halbe-Stunde musste ich nicht alleine verbringen.

Nach einem letzten konspirativen Gespräch mit Menschen, die mögen, was ich so schreibe, und zukünftig gerne mit mir zusammenarbeiten würden, ging es dann zum Abendtermin in die Stadt. Dabei gelang es mir zum ersten Mal, die Bar zu finden, in der meine Agentur „Schmidt & Abrahams“ schon seit Jahren ihr Leipziger Agenturtreffen abhält, ohne mich dabei zu verlaufen. Bedauerlicherweise wird mir das für zukünftige Messebesuche nichts mehr bringen, denn bekanntlich hat sich die Agentur zu Jahresbeginn aufgelöst, sodass wir an diesem Abend zum letzten Mal in dieser fröhlichen Runde zusammenkamen. Vielen Dank noch mal an Natalja und Julia – nicht nur für dieses schöne Event, das in Leipzig für mich ebenso Tradition hatte, wie das Beisammensitzen mit anderen Autoren in der Autoren-Lounge von WerkZeugs.

Der verregnete Samstag war vor allem von kurzweiligen Gesprächen mit Freunden und Kollegen geprägt. Dazwischen hatte ich eine weitere Signier-Halbe-Stunde, diesmal in der Messebuchhandlung, während der sich nicht nur ein paar weitere „Imperium der Drachen“-Bücher an den Mann und die Frau bringen ließen, sondern spontan auch der ein oder andere „Drachengasse 13“-Band – für die jüngeren Leser, die an Drachen erst noch herangeführt werden müssen. Den Abend verbrachte ich mit der Truppe von Cross Cult, dem Verlag, für den ich „Star Trek“-Romane übersetze, und wir haben nicht nur fantastisch gespeist, sondern uns auch prächtig unterhalten, unter anderem mit Bob und Vicky Scott, zweien der Macher der aktuellen „Peanuts“-Comics, die vom Verlag aus den USA eingeflogen worden waren.

Der Sonntagvormittag stand für mich und Autorenkollege Christian Humberg ganz im Zeichen von „Drachengasse 13“. Im Hörbuchbereich der Buchmesse stellten wir die beim Verlag „in Farbe und Bunt“ erschienene D13-Kurzgeschichten-Anthologie vor, die Christian im letzten Jahr eingelesen hat und die seitdem auf allen wichtigen Online-Plattformen als Download erhältlich ist. Für die Messe hatte sich der Verlag ein besonderes Special ausgedacht und eine limitierte und nicht im Handel erhältliche CD-Ausgabe von „Lichtfestmagie und andere Zauber“ pressen lassen. Nach einer launigen szenischen Lesung war es uns dann auch vergönnt, einer erfreulich großen Zahl an interessierten Menschen unsere „Drachengasse“ mit auf den Heimweg zu geben. Für uns hieß es gegen 14 Uhr Abschied nehmen, und nach einer letzten stärkenden Pizza am Bahnhof ging es in Richtung Heimat. Gegen 21:30 Uhr hatte auch ich es dann endlich geschafft und konnte müde aber glücklich Koffer und Tasche abstellen, um die Beine hochzulegen und die vergangenen Tage noch einmal Revue passieren zu lassen.

Als Fazit lässt sich wohl sagen: Es gab durchaus Jahre, in denen ich die Buchmesse als ein wenig anstrengend empfunden habe. 2015 allerdings hat eigentlich alles gepasst. Die Gespräche, Lesungen, Signierstunden und Pläne für die Zukunft waren mir eine Freude, einzig mein penetrant schmerzender Rücken hat mir die ein oder andere Minute vergällt. Bis zum nächsten Mal, Leipzig – vielleicht dann auch mal wieder mit richtig schönem Wetter.