Montag, 16. März 2015

Die Leipziger Buchmesse 2015

Die Buchmesse in diesem Jahr fing auf eine einem Autoren unwürdige Art und Weise an: nämlich mit dem Aufstehen am Buchmessenfreitag um 5:45 Uhr. Ernsthaft: Ich bin ein Nachtarbeiter. Mein Tagewerk vor 9 Uhr morgens zu beginnen, ist mir ein Gräuel. Nachdem ich, noch ziemlich schlaftrunken, erfolgreich meinen Sitzplatz im Intercity nach Frankfurt eingenommen hatte, verlief der Rest der Reise erfreulich unproblematisch. Gegen Mittag empfing Leipzig mich mit der ihr eigenen Kühle (irgendwie scheint es dort immer 10° kälter als im Rest von Deutschland zu sein), aber immerhin schien die Sonne und in den Messehallen selbst herrschte wie stets die Temperatur, die mehrere 1000 Menschenleiber eben so produzieren.

Mein erster Termin führte mich zu meinem Hausverlag, Egmont, wo ich mit der Programmleiterin von Egmont-LYX bei Käsebrötchen und Kaffee über Freud und Leid der Buchschaffenden plauderte. Wir sprachen über das bislang sehr angenehme Feedback der Leser zu meinem neuen Zyklus „Imperium der Drachen“ und über den beharrlichen Unwillen des Buchhandels Egmont-LYX als etwas anderes als einen Verlag für Romantasy wahrzunehmen. Im Anschluss daran spazierte ich zur FantasyLeseinsel weiter, wo ich, einmal mehr wunderbar betreut von den begeisterten Phantasten von WerkZeugs, mein aktuellstes Buch, „Imperium der Drachen – das Blut des schwarzen Löwen“, vorstellte. Der Freitagnachmittagslot schien günstig zu sein, denn die Leseinsel war voll besetzt, und auch die sich daran anschließende Signieren-Halbe-Stunde musste ich nicht alleine verbringen.

Nach einem letzten konspirativen Gespräch mit Menschen, die mögen, was ich so schreibe, und zukünftig gerne mit mir zusammenarbeiten würden, ging es dann zum Abendtermin in die Stadt. Dabei gelang es mir zum ersten Mal, die Bar zu finden, in der meine Agentur „Schmidt & Abrahams“ schon seit Jahren ihr Leipziger Agenturtreffen abhält, ohne mich dabei zu verlaufen. Bedauerlicherweise wird mir das für zukünftige Messebesuche nichts mehr bringen, denn bekanntlich hat sich die Agentur zu Jahresbeginn aufgelöst, sodass wir an diesem Abend zum letzten Mal in dieser fröhlichen Runde zusammenkamen. Vielen Dank noch mal an Natalja und Julia – nicht nur für dieses schöne Event, das in Leipzig für mich ebenso Tradition hatte, wie das Beisammensitzen mit anderen Autoren in der Autoren-Lounge von WerkZeugs.

Der verregnete Samstag war vor allem von kurzweiligen Gesprächen mit Freunden und Kollegen geprägt. Dazwischen hatte ich eine weitere Signier-Halbe-Stunde, diesmal in der Messebuchhandlung, während der sich nicht nur ein paar weitere „Imperium der Drachen“-Bücher an den Mann und die Frau bringen ließen, sondern spontan auch der ein oder andere „Drachengasse 13“-Band – für die jüngeren Leser, die an Drachen erst noch herangeführt werden müssen. Den Abend verbrachte ich mit der Truppe von Cross Cult, dem Verlag, für den ich „Star Trek“-Romane übersetze, und wir haben nicht nur fantastisch gespeist, sondern uns auch prächtig unterhalten, unter anderem mit Bob und Vicky Scott, zweien der Macher der aktuellen „Peanuts“-Comics, die vom Verlag aus den USA eingeflogen worden waren.

Der Sonntagvormittag stand für mich und Autorenkollege Christian Humberg ganz im Zeichen von „Drachengasse 13“. Im Hörbuchbereich der Buchmesse stellten wir die beim Verlag „in Farbe und Bunt“ erschienene D13-Kurzgeschichten-Anthologie vor, die Christian im letzten Jahr eingelesen hat und die seitdem auf allen wichtigen Online-Plattformen als Download erhältlich ist. Für die Messe hatte sich der Verlag ein besonderes Special ausgedacht und eine limitierte und nicht im Handel erhältliche CD-Ausgabe von „Lichtfestmagie und andere Zauber“ pressen lassen. Nach einer launigen szenischen Lesung war es uns dann auch vergönnt, einer erfreulich großen Zahl an interessierten Menschen unsere „Drachengasse“ mit auf den Heimweg zu geben. Für uns hieß es gegen 14 Uhr Abschied nehmen, und nach einer letzten stärkenden Pizza am Bahnhof ging es in Richtung Heimat. Gegen 21:30 Uhr hatte auch ich es dann endlich geschafft und konnte müde aber glücklich Koffer und Tasche abstellen, um die Beine hochzulegen und die vergangenen Tage noch einmal Revue passieren zu lassen.

Als Fazit lässt sich wohl sagen: Es gab durchaus Jahre, in denen ich die Buchmesse als ein wenig anstrengend empfunden habe. 2015 allerdings hat eigentlich alles gepasst. Die Gespräche, Lesungen, Signierstunden und Pläne für die Zukunft waren mir eine Freude, einzig mein penetrant schmerzender Rücken hat mir die ein oder andere Minute vergällt. Bis zum nächsten Mal, Leipzig – vielleicht dann auch mal wieder mit richtig schönem Wetter.

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